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Nachkriegsarchitektur findet neue Freunde

Samstag, Oktober 31st, 2009

In Münster werden diese Tage neue Nutzer für den Kiffe-Pavillon gesucht, nachdem Karstadt Sport als Mieter wegfällt. Ein Umbau ist geplant und das schöne an diesen Planungen ist, dass der Umbau zu einem guten Teil ein Rückbau wird.

Kiffe-Pavillon in Münster

Kiffe-Pavillon noch mit Dekoration von Karstadt. Foto: Rüdiger Wölk cc-by-sa

Bausünden, die den Charakter des Pavillons in den vergangenen Jahrzehnten verwässert haben, sollen verschwinden und das Erscheinungsbild soll wieder mehr so sein wie in den 1950er Jahren. Soweit es sich mit der zukünftigen Nutzung vereinbaren lässt.

OPEL - Verkaufsraum in den 1950er Jahren

Ein anderer, kleinerer Opel-Verkaufsraum aus den 1950er Jahren, darin zeitgenössische Opel Rekord und Kapitän.

In Münster werden diese Tage neue Nutzer für den Kiffe-Pavillon gesucht, nachdem Karstadt Sport als Mieter wegfällt. Ein Umbau ist geplant und das schöne an diesen Planungen ist, dass der Umbau zu einem guten Teil ein Rückbau wird.
Bausünden, die den Charakter des Pavillons in den vergangenen Jahrzehnten verwässert haben, sollen verschwinden und das Erscheinungsbild soll wieder mehr so sein wie in den 1950er Jahren. Soweit es sich mit der zukünftigen Nutzung vereinbaren lässt.

Gibt es charmante Betonbauten?

Sonntag, Mai 31st, 2009
blau-gold-haus

Blau-Gold-Haus in Köln. schützenswerte Midcentury-Architektur

In diesen Tagen feiert die Bundesrepublik ihr 60jähriges  Jubiläum und es wird der Blick auf die Anfangszeit der aktuellen Inkarnation von „Deutschland“ gelenkt. Damals gelang einer Architektur der Durchbruch, die auch in Weimar und Dessau erfunden wurde und dann im Exil in Übersee heranreifte. Nach Vertreibung der Architekten durch die Nazis. Die Rede ist von der Architektur in der Traditon des Bauhaus, bei uns meist als Nachkriegsarchitektur vertreten. Vorkriegs-Exemplare dieser Architektur gibt es nur sehr vereinzelt… Diese Gebäude sind in die Jahre und aus der Mode gekommen, der Abriss droht. In Berlin preist der Kunsthistoriker Adrian von Buttlar den Charme der Betonstelzen und kämpft für die Erhaltung der Nachkriegsarchtektur. Ich meine, es gibt ganz sicher erhaltenswerte Nachkriegsarchitektur aber um Neues zu ermöglichen, darf die nächsten ein, zwei Jahrzehnte gerne die Abrissbirne einschlagen. Nachkriegsarchitektur entstand damals oft auf Kosten von Wohnbebauung aus der Gründerzeit oder früher. Das Ergebnis war die sogenannte „Autogerechte Stadt“, die uns heute so viel Probleme bereitet. Es fehlt an bezahlbarem und lebenswertem Wohnraum in der Stadt. Nachkriegsarchitektur funktioniert vor allem als Bürogebäude oder Zweckbau. Als Wohnbebauung hat die Nachkriegsarchitektur in epischer Weise versagt – ein Blick in Viertel wie bspw.  Steilshoop oder Osdorfer Born in Hamburg zeigt es deutlich. Es bleibt also zu wünschen, dass die erhaltenswerte Midcentury-Architektur in ihren Spitzenexemplaren geschützt wird. 08/15-Bauten und Plattenbauwucherungen sollten aber Platz machen für Wohnen in der Stadt!

Edit 8.Januar 2016: Webadresse des Artikels „Der Charme der Betonstelzen“ bei faz.net aktualisiert.